HAPPY NEW YEAR

HAPPY NEW YEAR

Beim Jahreswechsel ist es Zeit Bilanz zu ziehen. Auf welche Bilder des vergangene Jahres kann ich stolz sein und was kann ich noch verbessern? Beim nachfolgenden Rückblick finden sich Überlegungen zum Thema schöne Bilder versus starke Bilder. Für das Fotografieren der Vögel im Flug habe ich im vergangenen Jahr viel Zeit investiert. Wo stehe ich in diesem Bereich. Und damit zusammenhängend stellt sich die Frage ob ich von der DSLR zu einer spiegellosen Kamera wechseln soll.

Schöne Bilder – starke Bilder

Am 20-Jahr-Jubiläum der Naturfotografen Schweiz präsentierte der bekannte Fotograf Robert Bösch eine Auswahl seiner Bilder. Wenn ich mich richtig erinnere erwähnte er, es sei ihm wichtig starke und nicht unbedingt schöne Bilder zu machen.
In seinem neuen Buch Engadina findet man auf der Rückseite folgende Erklärung:...Auf meiner Suche nach Neuem entdeckte ich Neues, das ich längst kannte, aber so nicht wahrgenommen hatte… Ich wollte Bilder zeigen, die ich entdeckt habe und denen ich erst mit meiner Kamera eine Existenz verlieh. Bilder, die als Gesamtes die Atmosphäre dieser einmaligen Gebirgslandschaft wiedergeben
Albert Schmidt, Kunstmaler und Fotograf spricht bei der Diskussion zu einer meiner Landschaftsaufnahmen von einem wirkmächtigen Bild.

Was aber sind starke oder eben wirkmächtige Bilder?
Selbstverständlich möchte ich schöne und starke Bilder machen. Aber wann ist ein Bild schön oder stark? Dazu scheinen die Meinungen weit gestreut zu sein.

Wenn ich auf das verflossene Jahr zurückblicke und mich selbstkritisch frage wie ich selber meine Bilder finde lautet die Antwort – es kommt darauf an.

Mehrheitlich sind meine Landschafts – und Naturfotos spontan auf Wanderungen und Bergtouren entstanden. Solche Dokumentationen sind normalerweise nicht schlecht. Nur ganz selten sind sie stark oder gar herausragend.

Ich bin mir bewusst, dass ich mit einer soliden Planung und der notwendigen Geduld bei der Umsetzung bessere Resultate erreichen könnte.

Mit einer besseren Planung und der Reduktion auf das Wesentliche versuche ich also im neuen Jahr gute Aufnahmen zu machen. Getreu dem Motto von PhotoPills Imagine – Plan- Shoot.

Fortschritte habe ich in der Nachtfotografie gemacht. Die Mondaufnahmen am Chasseral finde ich gut. Auch die Aufnahmen des Mondscheines durch das Martinsloch sehen gut aus und werden von Freunden als starke Bilder bezeichnet.

Blumen und Makro

In diesem Bereich sind Fortschritte ersichtlich. Der Online-Kurs Frühblüher“ von Andi Hofstetter hat viel geholfen. Meine Blumenaufnahmen mit dem Makro- oder dem 500er-Teleobjektiv haben sich eindeutig verbessert. Die konsequente Anwendung von low-key oder high-key bei guten Lichtbedingungen beherrsche ich jetzt – mindestens theoretisch.

Ein zusätzliches Highlight erlebte ich bei der gemeinsamen Suche und dem Fotografieren von Orchideen mit der Biologin Astrid Fasel.

Vögel im Flug

Bird-in-flight (BIF) soll eine Königsdisziplin für Naturfotografen sein. Das behauptet Steve Perry, der bekannte amerikanische Vogelfotograf. Er hat ein umfassendes E-Book über dieses Thema geschrieben Secrets to Stunning Bird-In-Flight Photography.

Nach dem Studium dieses  Buches ist man theoretisch voll im Bilde. Die Praxis sieht dann halt anders aus. 

Mein Schwergewicht, gute Aufnahmen von Gänsegeiern, war kein Erfolg. Der Hauptgrund liegt hauptsächlich bei meiner Auswahl der Fotostandorte. Trotz schwierigen und anstrengenden Bergaufstiegen weigerten sich die gefiederten Aviatiker vor meiner Kamera zu defilieren.
Oft waren die Umweltbedingungen wenig hilfreich. Der hohe Sonnenstand bei guten Flugbedingungen und durch Thermik verursachte Luftspiegelungen haben sich vielfach negativ ausgewirkt. Bei BIF habe ich meine Ziele klar nicht erreicht.

Weg von der Nikon DSLR

Wie für alle Nikon-Fotografen stellt sich auch für mich die Frage ob ich von der Spiegelreflextechnik zu den neuen spiegellosen Kameras wechseln soll.

Diese neuen Z- Kameras haben einen geänderten Objektivanschluss. Damit dessen Vorteile ausgenutzt werden können muss man bei Nikon nicht nur die Kamera, sondern auch die Objektive wechseln. Man kann die bisherigen Objektive mittels eines Adapters weiter verwenden. Die Begeisterung für diese Lösung hält sich in Grenzen, denn damit verliert man wichtige Vorteile der neuen Z-Serie.

Für meine Fähigkeiten genügt die D850 voll und ganz. Ich beherrsche die Kamera und kann sie bei allen Situationen in der Landschafts- und Naturfotografie einsetzen.

Aber…

Der Vorteil für mich wäre bei einem Wechsel vor allem das leichtere Gewicht. In meinem Alter ist jedes Kilo weniger mitschleppen eine Erleichterung. Ob die von Nikon versprochenen qualitativen Verbesserungen sich auf meine Fotos auswirken würden sei dahin gestellt.

Ausser bei der neu angekündigten schweren Profikamera Z9 liegen die spiegellosen Nikon mit dem Autofokus weit hinter der Konkurrenz von Sony und Canon zurück. Für Vogelfotografen ist das ein entscheidender Faktor. Ein Wechsel zum heutigen Z-System macht für mich keinen Sinn bis nicht die Nikon Z7ii mit einem zeitgemässen Autofokus erhältlich ist.

Wenn ich meine bisherige Nikon DSLR Ausrüstung behalte, so kann ich weiterhin gute Bilder machen, aber ich schleppe eine schwere und veraltete Ausrüstung umher. Ich bin zudem kein Museumstyp sondern eher ein Technik-Freak.

Wie weiter?


Der Wert meiner DSLR – Ausrüstung schmilzt dahin wie die Gletscher in den Schweizer Alpen. Die Occasionspreise für die Kameras und die Objektive sind im freien Fall. Soll ich jetzt wechseln und versuchen aus der bestehenden Ausrüstung noch das Beste herauszuholen, oder soll ich warten bis der finanzielle Wert ganz zusammengebrochen ist?

Wenn ich jetzt zu den spiegellosen Nikon (Z7II) wechsle so kostet das viel Geld auch wenn ich einige F-Objektive mittels eines Adapters weiter verwenden kann. Und – ich tausche meine D850 gegen eine Kamera deren Autofokus für die Vogelfotografie ungeeignet ist.

Wenn ich zu Sony wechsle, so kostet das noch mehr Geld. Ich muss meine ganze bisherige Ausrüstung ersetzen und die Kamerabedienung neu lernen. Dafür habe ich den besten Autofokus und eine grosse Auswahl an Objektiven.

Ein Entscheid wird sich nicht verhindern lassen.

Schreibe einen Kommentar