21.4. Gänsegeier verlassen die Schweizer Alpen

21.4. Gänsegeier verlassen die Schweizer Alpen

In den westlichen Schweizer Voralpen, im Gebiet der Rochers de Naye, wurden die Schafe am 2. Oktober 2021 ins Tal getrieben. Und gleichzeitig hat auch die letzte gemeldete Gruppe von Gänsegeiern in der Schweiz die Rückreise nach Westen angetreten.

Wo sich das Winterquartier der „Schweizer Geier“ befindet scheint nicht klar zu sein. Im Juli 2020 fotografierte ich beim Widdergalm einen Gänsegeier im Flug. Sein linkes Bein war beringt. Die Ziffern wurden durch die Federn im Fahrtwind so über den Ring geweht, dass die Kennzeichnung nicht einwandfrei verifiziert werden konnte. So blieb die Herkunft verborgen.
Da die Gänsegeier oft an ihren Geburtsort zurück kehren wären die Kennzeichen am Ring ein Hinweis auf den Winterstandort gewesen.

Am 21. August 2021 erfolgte eine Zählung der Gänsegeier in den Freiburger und Berner Voralpen. Es wurden 69 Geier an den verschiedenen bekannten Schlafplätzen gezählt.

Im Vorjahr wurden im gleichen Gebiet 134 Gänsegeier erfasst. Die grosse Differenz kann nicht klar begründet werden. Vielleicht gibt es einen neuen, noch unbekannten Schlafplatz. Oder die kühle Witterung im Frühling und die heftige Gewittertätigkeit im Sommer haben den Gänsegeiern zugesetzt. Auch in Frankreich wurden bei der Zählung am 21. August weniger Vögel gezählt als im Vorjahr (Bericht A. Aebischer). 

Ich freue mich auf jeden Fall auf die Rückkehr der Gänsegeier im nächsten Frühjahr. Die Tage auf den Bergen rund um das Walopgebiet möchte ich nicht missen. Das Beobachten und Fotografieren dieser gefiederten Segelflieger entschädigt die mühsamen Aufstiege voll und ganz.

Mit dem Studium des E-Books von Steve Perry Secrets To Stunning Bird-In-Flight Photography sollte ich die Fehler bei den Aufnahmen der Geier im Flug minimieren können. Damit erhoffe ich eine positive Ausbeute an guten Bildern. Das Buch von Steve zur BIF – Fotografie kann ich nur empfehlen. Die umfassenden Erklärungen sind eine echte Hilfe beim praktischen Einsatz in der Natur.   

Lugnorre, Oktober 2021

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