Sonne im Martinsloch fotografieren

Tektonikarena Sardona

In den Glarneralpen zwischen Elm und Flims sind die Trennschichten der durch die Glarner Hauptüberschiebung entstandenen Felsformationen sehr gut sichtbar.
Dank der guten Erkennbarkeit der geologischen Strukturen wurde das Gebiet Sardona zum “UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona” erklärt.
Ein markantes Objekt ist das Martinsloch, ein Ausbruch am östlichen Ende der Tschingelhörner.

Tschingelhörner mit Martinsloch

Elmer Event

Zweimal im Jahr, am 13/14. März und am 30.September / 1. Oktober, scheint die Sonne durch das Martinsloch auf die Kirche von Elm.
Je nach Beobachtungsort kann zu bestimmten Daten auch der Mond durch das Martinsloch beobachtet werden.

Dieses Naturschauspiel wollen viele Besucher erleben. Und so waren am 29. September 2019 bei gutem Wetter etliche hundert Personen neben der Kirche versammelt um den kurzen Moment des Sonnen-Schauspiels mit den eigenen Augen, dem Handy oder der Kamera einzufangen.

Elm Tourismus orientiert über diese Ereignisse auf ihrer Website. Den Besuchern vor Ort wurden fachkompetente Auskünfte zur Geografie, zur Tektonikarena und zur Position des wandernden Sonnenflecks per Megaphone gegeben. Untermauert wurde der Anlass durch Alphornklänge, und wer Lust hatte konnte Glarnerspezialitäten von einer Bäckerei oder Käse von der Alp Ramin kaufen.

Fotografisches

Als Glarner, aufgewachsen in einem Nachbardorf von Elm, wollte ich auch eine Aufnahme der Sonne im Martinsloch in meinem Portfolio haben.

Es gibt unzählige Fotos im internet über dieses Naturspektakel. Das beste Bild, das ich kenne, ist eine Aufnahme von U. Heer in der Unterführung der “Raststätte Glarnerland” an der A 3.

So suchte ich mir am 29. September frühzeitig einen Platz aus, der eine Aufnahme mit dem Kirchturm im Vordergrund, und dem Martinsloch im Hintergrund sicherstellt.
“Hier siehst du die Sonne nicht” erklärte mir Hans Rhyner, der Speaker von Elm Tourismus. “Aber hier habe ich den Kirchturm und das Loch in einer geraden Linie” erwiderte ich.
“Hier scheint die Sonne erst morgen auf den Kirchturm, heute ist der 29. September , und da wandert der Sonnenfleck nicht ganz bis zum Kirchturm”.
Also begebe ich mich 50 m nach Süden, wo man die Sonne durch das Loch sicher sehen wird. Genau planen kann bei mir noch verbessert werden.

Ich habe mein 80 – 400 mm Teleobjektiv verwendet. Damit verfüge ich über einen grossen Spielraum um die Sonne und das Gelände abzubilden.
Der sehr grosse Kontrast zwischen der schattigen Nordseite und der Sonne stellt jeden Fotografen vor die Entscheidung, soll ich mit oder ohne Filter arbeiten. Zuerst wollte ich ohne Filter und der grossen Gegenlichtblende des Objektives die Aufnahmen machen. Mit der Blende sollten Spiegelungen minimiert werden.
Versehen mit diversen Ratschlägen habe ich mich dann doch für einen Graufilter ND0.9 entschieden um den Kontrast besser unter Kontrolle zu bringen. Mit meiner Filterausrüstung kann aber keine Gegenlichtblende installiert werden. Erfahrungsgemäss entstehen dabei oft Spiegelungen. Diese können sich positiv oder negativ auf das Bild auswirken.


Mit dem Filter habe ich einige gute Aufnahmen machen können, aber je direkter die Sonne ins Objektiv schien, desto mehr traten Flares auf.

ISO 64, 1s, f/16, Objektiv 80 – 400 mm auf 135 mm, Graufilter Haida ND0.9
ISO 64, 1/125 s, F/13, Objektiv 24 – 70 mm auf 30 mm ohne Filter

Auch wenn ich das Wunschbild nicht machen konnte, gelohnt hat sich die Reise in meine alte Heimat trotzdem.

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